Aufbruch braucht keinen Mut, sondern Selbstkenntnis

 5. Mai 2021  
Nando Stöcklin
Minuten Lesezeit
 5. Mai 2021  
Nando Stöcklin

Corina Lendfers und Michael Berndonner führten mit ihren Kindern ein ganz normales Leben in der Schweiz. Doch sie sehnten sich nach mehr Freiheit und Selbstbestimmung. Ein Buch in einem Schaufenster gab ihnen den letzten Kick aufzubrechen in ein neues Leben. Ein minimalistisches Leben auf hoher See.

Ihre Erfahrungen über den Aufbruch geben sie in ihrem neuen Buch "Aufbruch braucht keinen Mut, sondern Selbstkenntnis – in drei Schritten zu mehr Selbstbestimmung" weiter. Der kompakte Ratgeber zeigt, wie Aufbruch gelingen kann und echte Bedürfnisse gelebt werden können. Ich habe das Buch gelesen und ein Interview mit den Autor*innen geführt.

Nicht Mut ist entscheidend, sondern Selbstkenntnis

"Du bist so mutig", höre ich immer wieder Kommentare, wenn ich erzähle, dass ich meine sichere Stelle an der Hochschule gekündigt habe und aufgebrochen bin auf einen unbekannten Weg hin in die Selbständigkeit.

Nur: Der Aufbruch fühlte sich für mich nicht mutig an, sondern es war ein inneres Bedürfnis, dem ich folgte.

Ich musste meine echten Bedürfnisse kennen, das ist alles.

Genau das beschreiben Corina Lendfers und Michael Berndonner in ihrem Buch "Aufbruch braucht keinen Mut, sondern Selbstkenntnis".

Entscheidend ist, den inneren Kompass wahrzunehmen und ihm vertrauen zu lernen.

Wir haben quer durch unser Leben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass sich unsere Ziele dann erreichen lassen, wenn wir sie aus einem inneren Bedürfnis heraus verfolgen. Dann mögen sie noch so ungewöhnlich sein oder unmöglich erscheinen, es gibt einen Weg dorthin und wir finden ihn.

– S .11

Pinterest-Pin: Du brauchst keinen Mut für Veränderung, sondern Selbstkenntnis

In drei Schritten zum erfolgreichen Aufbruch

Das Buch ist in drei Teile gegliedert, die je einen Schritt hin zum erfolgreichen Aufbruch beschreiben:

1

Falls der Bezug zu den echten Bedürfnissen zu wenig stark ist, müssen diese zuerst entdeckt werden.

2

Als Zweites können wir analysieren, wie wir den Alltag verändern müssen, um die echten Bedürfnisse zu leben.

3

Und zuletzt müssen wir die Konsequenzen ziehen und die Erkenntnisse auch tatsächlich umsetzen.

Jeder Teil des Ratgebers umfasst ganz konkrete Tipps, Hilfestellungen und Übungen, die einerseits von den persönlichen Erfahrungen von Corina Lendfers und Michael Berndonner abgeleitet sind, andererseits aber auch aus Fachliteratur. Kurze fiktive Geschichten brechen die Inhalte auf eine konkrete, anschauliche Ebene herunter.

Wie lassen sich echte Bedürfnisse erkennen?

Alle Menschen haben unzählige Bedürfnisse und Wünsche. Doch wie lassen sich echte Bedürfnisse, die dem Herzen entspringen, von Bedürfnissen unterscheiden, die eher von aussen angeregt wurden.

Die beiden Autor*innen bringen es perfekt auf den Punkt:

Bei einem echten Bedürfnis befriedigt uns der Prozess nachhaltiger als das Ergebnis.

– S. 24

In meiner Sprache: Die Tätigkeit wird erst dann zu einem Spiel, wenn die Freude am Tun im Vordergrund steht und nicht irgendwelche Ziele ausserhalb. Und das Spiel ist nichts anderes als der Spiegel unserer Persönlichkeit und somit von unseren echten Bedürfnissen.

Zitat von Corina Lendfers: "Bei einem echten Bedürfnis befriedigt uns der Prozess nachhaltiger als das Ergebnis."

Fazit

"Aufbruch braucht keinen Mut, sondern Selbstkenntnis" ist ein wunderbares Buch, das sich leicht liest. Es kombiniert eigene Erfahrung mit Fachkenntnissen und bietet konkrete Werkzeuge zur Umsetzung. Wer sich – wie Corina Lendfers und Michael Berndonner – nach mehr Freiheit und Selbstbestimmung sehnt, hat mit dem Buch einen Ratgeber zur Hand, der den Aufbruch erleichtert und die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg erhöht.

PS: Das Buch umfasst ein Kapitel von mir darüber, wie wir mit Spielen die echten Bedürfnisse finden können.

Interview mit Corina Lendfers und Michael Berndonner

Corina Lendfers und Michael Berndonner beantworten im Interview unter anderem folgende Fragen:

  • Weshalb braucht Aufbruch keinen Mut?
  • Wie können wir unsere echten Bedürfnisse wieder entdecken?
  • Welche Rolle spielen "loslassen" und "vertrauen für den erfolgreichen Aufbruch?
  • Wie können wir beginnen zu vertrauen?
  • Wann wurde euer Vertrauen auf die Probe gestellt?
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Weitere Informationen

Bücher von Corina Lendfers und Michael Berndonner (Auswahl)

Corina Lendfers, Michael Berndonner: Aufbruch braucht keinen Mut, sondern Selbstkenntnis

Morgens keine Lust zum Aufstehen? Magenschmerzen beim Gedanken an den Job? Lustlos, genervt, frustriert? Wer Fragen wie diese mit Ja beantwortet, für den stehen die Zeichen auf Aufbruch, auf Veränderung, auf Reflexion.

Mit fünf Kindern sind Corina und Michael 2013 aufgebrochen - aus ihrem Haus in der Schweiz nach Portugal auf ein Segelboot. Ohne Segelerfahrung, dafür mit einem ganz klaren Ziel: Sie wollten ihre Bedürfnisse nach Freiheit und Selbstbestimmung leben. Inzwischen haben sie zweimal den Atlantik überquert, in verschiedenen Kulturen gelebt und ihr sechstes Kind auf dem Boot in der Karibik zur Welt gebracht.

Mit ihrem Ratgeber motivieren Corina und Michael zum Aufbruch. Sie zeigen, wie Aufbruch gelingen kann, im Kleinen wie im Großen. Wie wir unsere echten Bedürfnisse wiederfinden, Ziele entwickeln und umsetzen und mehr Selbstbestimmung entwickeln können - auch ohne materiellen Reichtum.

Corina Lendfers: Vierzehn Füsse segeln weiter

Seit zweieinhalb Jahren leben die Schweizer Michael und Corina mit ihren fünf Kindern und Bordhündin Guia bereits auf ihrem Stahlschiff. Von den Kanaren brechen sie nun auf zu den kapverdischen Inseln, stellen sich der Herausforderung der Atlantiküberquerung und landen in Südamerika. In Französisch-Guyana geraten sie in einen Generalstreik, tauchen in Surinam in den Regenwald ein und bringen in der Karibik auf ihrem Boot ihr sechstes Kind zur Welt.

Corina Lendfers: Vierzig Fuss für vierzehn Füsse

Wenn Salatschleudern zu Waschmaschinen werden. Zwischen Traumbuchten und Betonmarinas

Ein Schweizer Paar mit fünf Kindern (und dem Bordhund Guia) lebt seinen unorthodoxen Traum. Michael „verhandelt und verdient das Geld“ und muss deshalb immer mal wieder zurück nach Hause, Corina ist die Handwerkerin, kümmert sich darum, dass an Bord alles läuft und funktioniert und bleibt mit den Zwei- bis Neunjährigen stets auf dem Schiff.

Mit ihrer 40 Jahre alten Stahlyacht sind sie im Juli 2013 von Faro zu den Kanarischen Inseln aufgebrochen: Sie haben geweint und gelacht, hatten Glück und Angst und 22 (!) Löcher im Rumpf, erlebten Euphorie und Rückschläge, waren einsam und mitten im Strudel des Lebens. Entspannung- und Arbeitsphasen wechseln sich ab von Lanzarote über Gran Canaria und Teneriffa bis La Gomera (Mai 2015) bei vorwiegend fröhlicher Gelassenheit trotz gelegentlicher Krankheiten und Panikattacken, wenn das Schiff die altersbedingten Krankheiten zeigt.

Die Lebensaufgabe heißt: entwickeln und entfalten. Kein Rückschlag wird ausgeklammert oder schöngeredet. Der Leser sitzt mit an Bord und erlebt den Alltag zwischen Traumbuchten und Betonmarinas hautnah. Und dann wird auch mal kurzerhand die Salatschleuder zur Waschmaschine umfunktioniert.

Die Crew:

Michael, Skipper, Jahrgang 1966.
Stärken: Gelassenheit, Weitsicht, Umsicht, Gründlichkeit.

Corina: Skipperin, Jahrgang 1979.
Stärken: Einfallsreichtum, handwerkliches Geschick, Geduld.

Saskia, Crew, Jahrgang 2004.
Stärken: Singen, Improvisieren, Klettern, Vorlesen.

Seraina, Crew, Jahrgang 2005.
Stärken: Zeichnen, Mitdenken, Geduld, Kreativität.

Rahel, Crew, Jahrgang 2007.
Stärken: Schwimmen, Skatebord fahren, Kochen, Geschichten erfinden.

Ursina, Crew, Jahrgang 2008.
Stärken: Spielen, Singen, Schauspielen, Lachen.

Jonas, Crew, Jahrgang 2011.
Stärken: Mitdenken, Mithelfen, Spaß machen, Abwaschen.

Guia, Crew, Jahrgang 2014.
Spanischer Wasserhund. Stärken: Schwimmen, Klettern, Spielen, Bellen.


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Kommentare

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Sehnst du dich nach der Leichtigkeit von damals, als du als Kind spielend das Viertel unsicher gemacht hast?

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