8. Februar 2021

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Jeder Mensch möchte seine Träume verwirklichen. Ihnen stehen zwei Wege zur Verfügung:

1

Einige streben eine gute Ausbildung an. Dadurch erhoffen sie sich einen sicheren, im besten Fall gut bezahlten Job. So können sie kaufen, wonach sie sich sehnen: Ein Haus, ein schickes Auto, regelmässige Reisen in alle Kontinente.

2

Andere tun, wonach ihnen gerade ist. Sie leben ihre Träume ohne Umwege.

Das Ziel hinter dem Wunsch, die Träume zu verwirklichen ist dasselbe: Erfüllung und Glück finden. Nur eine der beiden Strategien führt zu diesem Ziel.

Die Träume unserer Jugend

In jungen Jahren stecken wir voller Träume und Tatendrang. Endlich volljährig! Wir können tun und lassen, was wir möchten. Lasst uns die Welt erobern!

Tatsächlich zieht es viele raus in die Welt. Sie machen einen Sprachaufenthalt in den USA, engagieren sich in einem Freiwilligenprojekt in Australien oder geniessen das Partyleben auf Ibizia. Ich habe damals für drei Monate im Yellowstone-Nationalpark gearbeitet. Was für eine tolle Erfahrung!

Aber auch zu Hause lässt sich die Welt erobern. Einige geniessen ihre Jugend durch wilde Partys, andere möchten die Welt verbessern, engagieren sich für Umwelt, Kinder, Tiere oder Menschenrechte.

Mit 40 sieht das Leben oft ganz anders aus. Viele Menschen sind in der Routine gefangen und sehnen sich raus aus dem Hamsterrad. Doch wie sind sie da überhaupt hineingekommen? Haben sie all ihre Träume bereits gelebt? Oder irgendwann resigniert? Oder träumen sie trotz Hamsterrad noch immer?

Die Antwort liegt in den beiden möglichen Wegen, unsere Träume zu verwirklichen.

Träume verwirklichen: Zwei mögliche Wege (nur einer erfüllt dich)

Die Autobahn: der Weg der Sicherheit & finanziellen Freiheit

Die allermeisten Menschen schlagen den Weg über eine gute Ausbildung ein. Das war der Weg der industrialisierten Welt.

Der Weg ist breit genug für viele Variationen.

Karriereträume – finanzielle Freiheit

Einige sehnen sich von Anfang an nach Geld und Status. Sie wählen einen Beruf, von dem sie sich das versprechen. Eine kaufmännische Ausbildung im Finanzsektor, ein Jura- oder Wirtschaftsstudium.

Dann beginnt das Arbeitsleben. Je nach Branche warten viele Aufstiegsmöglichkeiten mit hübschen Titeln, die es anzustreben gilt. Die Menschen sind jung und voller Energie. Schnell geht es aufwärts in der Hierarchie. Macht und Ansehen steigen genauso wie das Gehalt.

Der Weg ist vorgezeichnet: Nach oben.

Alltagsträume – Sicherheit

Andere möchten einfach eine sichere Arbeitsstelle haben. Daneben streben sie eine schöne Beziehung an, vielleicht mal ein paar Wochen Urlaub, sportlich aktiv sein, sich mit Freunden treffen. Sie machen vielleicht eine Ausbildung als Bäckerin oder als Chemielaborant, als Zugbegleiterin oder als Schreiner. Eine Ausbildung, die ihnen hilft, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Und daneben ihren Hobbys nachzugehen.

Ein Teil von ihnen träumt grösser. Ihre Träume erscheinen aber so unrealistisch, dass sie gar nicht erst versuchen, sie zu verwirklichen. Sie schauen sich "Deutschland sucht den Superstar" an und wünschten sich insgeheim, selbst dort auf der Bühne zu stehen. Sie verschlingen Liebesromane und wünschen sich ihren Traumprinzen. Sie lieben Actionfilme und träumen davon, selbst ein Held zu sein.

Andere sehnen sich nach Sinn und träumen von einer gerechten Welt. In der Freizeit engagieren sie sich für ein Herzensprojekt oder sind in einem Verein aktiv.

Egal, was sie träumen und tun: Im Vordergrund steht der Wunsch nach Sicherheit. Die Träume drapieren sie darum herum.


Glaubenssätze der industrialisierten Gesellschaft

Hinter der Absicht, Träume auf Basis von Sicherheit und finanzieller Freiheit zu verwirklichen, stecken Glaubenssätze der industrialisierten Gesellschaft. Hier einige Beispiele:

  1. Geld gibt mir Sicherheit und Freiheit.
  2. Ich muss Leistung erbringen, um Lohn zu verdienen.
  3. Das Leben ist kein Ponyhof.

Peter Koenig ist Experte für die Beziehung zum Geld. Sein Fazit: Alles, was wir auf das Geld projizieren, verlieren wir. Wenn wir überzeugt sind, dass wir Geld benötigen, um frei zu sein, sind wir nicht mehr frei. Sind wir überzeugt, dass Geld uns Sicherheit bietet, fühlen wir uns unsicher. Es gibt keine Summe, mit dir wir uns frei und sicher fühlen. Je mehr wir haben, desto mehr möchten wir.

Hier findest du weitere Informationen über Peter Koenigs Erkenntnisse sowie ein Interview mit ihm.

Ähnliches gilt für die beiden anderen Glaubenssätze. Wenn du überzeugt bist, dass du Leistung erbringen musst, um Lohn zu verdienen, wirst du genau das tun und deine Erfahrung bestätigt den Glaubenssatz. Und bist du überzeugt, dass das Leben kein Ponyhof ist, wird dein Leben nicht zum Ponyhof.

Der Trampelpfad: der Weg des Herzens

Gefühlt immer mehr Menschen wählen eine andere Strategie: Sie folgen einfach ihrem Herzen, ihrem inneren Kompass und leben ihre Träume.

Ein Beispiel sind Künstlerinnen und Künstler. Im Unterschied zu den meisten Menschen warten sie nicht darauf, dass ihnen eine Ausbildung und Anstellung Freiheit und Sicherheit bringt.

Sie sind bereits frei.

Und somit fühlen sie sich sicher.

Woher beziehen sie diese Sicherheit, die offenbar den meisten Menschen fehlt? Sie suchen sie im Innen, nicht im Aussen. Sie spüren einen deutlichen Impuls, etwas zu tun. Und dann tun sie es.

Wer Sicherheit im Aussen sucht, hört diese innere Stimme, die wir als Kinder alle hörten, irgendwann nicht mehr.

Wann hörten wir auf die innere Stimme? Als wir spielten.

Deshalb findest du nur auf einem Weg Erfüllung und Glück

Hast du dir schon einmal überlegt, woher deine Träume kommen? Aus zwei Quellen:

1

Von innen: Deine Träume entspringen deinen Veranlagungen. In der Eichel steckt die Veranlagung, eine Eiche zu werden. Keine Ahnung, ob Eicheln träumen können. Tun sie es, träumen sie davon, eine Eiche zu werden.

2

Von aussen: Deine Träume stammen aus deinem Umfeld. Einem Umfeld, das besonders im industriellen 19. und 20. Jahrhundert auf Lohnarbeit fixiert war. Darauf, finanzielle Sicherheit zu erlangen, indem geforderte Leistungen erbracht wurden. So entstanden Glaubenssätze wie die drei oben erwähnten.

Im ersten Fall sind deine Träume im Einklang mit deiner Einzigartigkeit. Deshalb fühlt sich das für dich stimmig und erfüllend an.

Im zweiten Fall gibt es eine Kluft zwischen deinen Veranlagungen und deinem Leben. Egal wie viele der Träume aus dem Aussen du verwirklichst, egal wie viele "Träume" du auf deiner Löffelliste abgehackt hast, du wirst nie das tiefe Gefühl von Glück und Erfüllung erleben, nach dem du strebst.

Verwirkliche deine Träume, indem du spielst

Menschen fühlen sich beim Spielen am glücklichsten. Beim Spielen tust du das, was deinem Innersten entspringt. Du lebst deine Veranlagungen.

Spielen ist das Mittel der Natur, um deine Veranlagung zu leben

Vorsicht: Das Bild, das wir vom Spielen haben, ist ebenfalls von der industriellen Gesellschaft geprägt. Spielen bedeutet nichts anderes, als einfach aus Freude eine selbst gewählte Herausforderung anzupacken. Oder eben: Einfach dem Herzen zu folgen.

Als Kind hast du gespielt. Du hast deine Einzigartigkeit entfaltet. Bis immer mehr Leistungserwartungen von Aussen an dich herangetragen worden sind.

Kehre ins Spiel zurück. Die Gute Botschaft: Das ist heute sehr viel leichter möglich als im 19. und 20. Jahrhundert.

Wie du ins Spiel zurückkehren und dir deinen Traumjob designen kannst, habe ich im Artikel "Beruflicher Neuanfang: Tausende Menschen nutzen diese eine neue Möglichkeit" detailliert beschrieben.

Ein letzter Tipp: Träume nicht – handle und lebe deine Träume!

Über den Autor

Nando Stöcklin

studierte Ethnologie und doktorierte in Pädagogik. Beruflich beschäftigte er sich als Forschungsmitarbeiter mit den Auswirkungen der digitalen Transformation und mit Spielen. Er ist überzeugt, dass ein natürliches, gesundes Leben sich genauso magisch anfühlt wie spielen. Mithilfe des von ihm entwickelten Magie-Mischpults hilft er als Magie-Doktor Menschen zurück in ein das natürliche Spiel des Lebens.

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