Reframing-Karte: "Eine gute Ausbildung ist das A und O" vs. "Ein gesundes Selbstvertrauen ist das A und O"

Neues Bildungsziel:

Ein gesundes Selbstvertrauen statt einer guten Ausbildung

Das allgemeine Ziel der Ausbildung in der industrialisierten Gesellschaft lautete: Eine gute, solide Ausbildung erreichen. Das Bildungsziel der neuen Gesellschaft sieht fundamental anders aus.

Bildungsziele in der industrialisierten und in der digital geprägten Gesellschaft

Die industriell geprägte Gesellschaft schuf drei Prozesse, um Arbeiten zu verteilen: Erstens gab es klar umrissene Berufe, zweitens klar umrissene Ausbildungen. Die beiden Prozesse waren aufeinander abgestimmt. Wer sich zum Automechaniker ausbilden liess, konnte anschliessend als Automechaniker arbeiten.

Der dritte Prozess war die Lohnarbeit. Menschen wurden bezahlt, um eine dieser klar umrissenen Tätigkeiten zu erledigen.

Als Folge strebten junge Menschen nach einer soliden Ausbildung – oder ihre Eltern drängten sie dazu. Das war Voraussetzung, um einen der Jobs zu ergattern und so finanziell über die Runden zu kommen.

Das zumindest war der übliche Weg, Ausnahmen gab es immer. Künstler, die sich von ihrem inneren Feuer leiten liessen. Unternehmerinnen, die auf Basis ihrer Leidenschaft ihr eigenes Business hochzogen.

Im 21. Jahrhundert ändert das Internet die Voraussetzungen grundlegend. Es rückt die Welt zusammen.

Heute fällt es viel leichter, mit den eigenen Leidenschaften Geld zu verdienen. Es gilt, folgende Fragen zu beantworten:

1

Was tue ich wirklich wirklich gerne?

2

Welche Probleme kann ich damit lösen?

3

Welche Menschen haben dieses Problem?

4

Wie finde ich diese Menschen?

2 Vorteile des neuen Bildungsziels

Heute können wir uns so unseren eigenen Job designen. Wir sind nicht mehr auf vorgefertigte Jobs, vorgefertigte Berufe, vorgefertigte Ausbildungen angewiesen.

Was wir heute brauchen, ist ein gesundes Selbstvertrauen, damit wir uns getrauen, uns auf den Weg zu machen.

Wenn wir uns auf diesen Weg begeben, gewinnen wir zweierlei: Erstens fühlen wir uns pudelwohl, wenn wir unsere Einzigartigkeit leben können. Und zweitens können wir der rasanten Beschleunigung, die jederzeit zu Veränderungen und Umbrüchen führen kann, gelassen begegnen. Ist die Zeit für ein gewisses Angebot abgelaufen, überlegen wir uns ein neues.

Wer hingegen auf Lohnarbeit, Berufe und Ausbildungen setzt, läuft Gefahr, in der Sackgasse zu stecken, sollte ihre oder seine Expertise plötzlich nicht mehr gefragt sein. Viele Menschen müssen sich dann zuerst umschulen. Nicht nur einzelne Jobs werden der Digitalisierung zum Opfer fallen, sondern ganze Berufe – gute Ausbildungen sind keine Garantie mehr. Vorgefertigte Berufe sind zu träge um dem hohen Tempo des 21. Jahrhunderts gewachsen zu sein.

Dies ist kein Plädoyer gegen Berufe. Viele traditionelle Berufe dürften auch in Zukunft gefragt sein. Aber der Fokus der Ausbildung dürfte sich verlagern. Als Bildungsziel steht eine gute Ausbildung im Zweifelsfall aber nicht über einem gesunden Selbstvertrauen, sondern umgekehrt.

Reframing-Karte: "Welchen Beruf lernst du mal?" vs. "Welchen Job designst du dir?"

Weshalb haben Menschen in der industrialisierten Gesellschaft nicht ihre Leidenschaft gelebt?

Eine Frage bleibt noch: Weshalb haben Menschen in der industrialisierten Zeit sich nicht auch an den vier Punkten orientiert, ihre Leidenschaft gelebt und so ein erfülltes Leben geführt? Ganz einfach: Das war damals nicht so einfach. Das aus zwei Gründen:

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  1. Die meisten Menschen kannten ihre Leidenschaft nicht. Während der ganzen Schulzeit spielen individuelle Leidenschaften kaum eine Rolle. Es gilt, Erwartungen Dritter zu erfüllen. Kinder und Jugendliche lernen, dass das, was ihrem Innersten entspringt, nicht so wichtig ist, wie das, was andere von ihnen fordern. Das war die perfekte Art, Menschen auf eine Arbeitswelt vorzubereiten, die nach dem selben Prinzip funktioniert. Bei Lohnarbeit war die Einzigartigkeit der Arbeitnehmenden ebenfalls nicht wichtig. Deshalb kannten die wenigsten Menschen – und das gilt auch noch heute – ihre Leidenschaft.

  2. Die Gesellschaft war vor allem lokal organisiert. Auch für Menschen, die wussten, was sie wirklich, wirklich gerne taten, war es schwierig, damit Geld zu verdienen. Jeder Mensch hat eine andere Leidenschaft. Entsprechend sind auch die Probleme, die damit gelöst werden können, meistens präzis und selten generisch. Das hiess: Nur wenige Menschen hatten diese Probleme. Und weil es noch kein Internet gab, war es schwierig, ausreichend Kunden zu finden, um finanziell über die Runden zu kommen.
Gesundes Selbstvetrauen. Deshalb ist das im 21. Jahrhundert zentral

Weshalb können Menschen in der digital geprägten Welt ihre Leidenschaft leben?

Beide oben genannten Einschränkungen dürften wegfallen, resp. können repariert werden.

  1. Leidenschaften kennen: Es gibt keinen Grund mehr, Menschen auf Leistung zu trimmen. Leistungstrimmung hat für die Routinetätigkeiten der industrialisierten Gesellschaft Sinn gemacht. Genau diese Tätigkeiten verschwinden mehr und mehr. Stattdessen rücken Kompetenzen wie Kreativität, Problemlösefähigkeit und Sozialkompetenz in den Vordergrund. Diese lassen sich durch Leistungstrimmung nicht fördern, ja, das schadet ihnen sogar. Stattdessen ist Spielen die perfekte Alternative. Dadurch werden genau die künftig benötigten Kompetenzen gefördert. Das Schöne daran: Beim freien Spielen tun wir genau das, was unserem Innersten entspringt. Somit kennen wir uns und unsere Leidenschaften immer besser.

    Nur, das Schulsystem ist noch immer das Alte und trimmt noch immer auf Leistung. Noch immer verlieren viele junge Menschen den Kontakt zu sich und ihren Leidenschaften. Doch es gibt ein Weg zurück, ein Weg aus den Leistungsprägungen zurück zum verspielten Urzustand. Es gilt, die individuellen Antriebskräfte herauszufinden. Daraus lassen sich dann Leidenschaften designen. Genau das tue ich mit meinen Klient*innen.

  2. Globale Gesellschaft: Dank dem Internet können viel mehr Menschen, die an unserer Problemlösung interessiert sind, uns finden. Schreibst du etwa einen Blog-Beitrag über deine Leidenschaft, können den alle deutschsprachigen Menschen lesen. Über den Blog können sie dann von dir und deinem Angebot erfahren. Selbstverständlich gibt es noch immer Leidenschaften, die vorwiegend lokal ausgelebt werden, beispielsweise viele handwerkliche. Wer als Maurer oder Zimmermann oder -frau die Leidenschaft lebt, konnte das auch vorher schon, dazu ist das Internet nicht notwendig – als Visitenkarte der Firma aber hilfreich.

Fazit

Heute sind junge Erwachsene im Vorteil, die ein gesundes Selbstvertrauen haben. Wer hingegen Leistungsanforderungen Dritter erfüllen muss und damit eher Mühe hat, verliert das Selbstvertrauen. In den nächsten Jahrzehnten dürften aufgrund der digitalen Transformation mindestens 40 Prozent aller Berufe wegbrechen. Sehr viele Menschen müssen sich somit beruflich neu orientieren. Das benötigt Flexibilität und dafür ist ein gesundes Selbstvertrauen zentral. Deshalb sollte der Fokus der Schule wie auch von Eltern beim Bildungsziel nicht auf einer guten Ausbildung der Kinder und Jugendlichen liegen, sondern bei einem gesunden Selbstvertrauen. Und das wiederum kann durch viel Raum für das freie Spielen beibehalten werden.

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