1. Oktober 2018

Min. Lesezeit

Glücklich sein ist DAS Lebensziel schlechthin. In diesem Beitrag findest du die wichtigsten Schritte hin zu einem glücklichen Leben. Die Schritte basieren auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, unter anderem auf eigene Forschungsergebnisse. Damit hast du alle Zutaten beisammen, um dir selbst dein eigenes Rezept zusammenstellen, zugeschnitten auf dein Leben.

Story zum Glücklichsein: Der unglückliche König

Der unglückliche König

Es war einmal ein König, der wurde von Tag zu Tag unglücklicher. Er ließ seinen Leibarzt kommen. „Mache mich glücklich“, befahl er dem Ärmsten. „Ich gebe dir eine Woche Zeit. Wenn ich dann nicht glücklich bin, werfe ich dich den Löwen zum Fraß vor.“
Kreidebleich verließ der königliche Leibarzt den Palast und ließ sämtliche Ärzte aus dem ganzen Land kommen. Als sich drei Tage später alle versammelt hatten, sprachen sie wild durcheinander und überboten sich mit Mitteln und Rezepten, die Glück bringen sollten. Ein Jeder wollte es besser wissen. Bald schon bezeichneten sie einander als Quacksalber und Betrüger. Der Lärmpegel wurde immer größer, einige gingen sich bereits gegenseitig an die Gurgel. „Stopp“, schrie der königliche Leibarzt nach einer Weile. „Was ist denn das für ein Gezanke! Und ihr wollt wissen, was Glück ist? Verschwindet!“
Vielleicht wissen es die Kräuterfrauen, dachte der Leibarzt, auch wenn er nicht viel von ihnen hielt. Er ließ sie kommen. Wiederum vergingen drei Tage, bis sich alle Kräuterfrauen eingefunden hatten. Er bat sie nach einem Mittel, das Menschen glücklich machte. Doch auch sie lagen sich bald in den Haaren und der Leibarzt schickte sie frustriert weg.
Der Todgeweihte überlegte fieberhaft, wer sich sonst mit Glück auskennen konnte. „Natürlich!“, rief er. „Der Hofnarr! Darauf hätte ich früher kommen müssen, jetzt habe ich sechs wertvolle Tage verloren! Der Hofnarr ist meine letzte Chance!“
Unverzüglich eilte er zum Hofnarren und brachte ihm sein Anliegen vor. Doch der Hofnarr schüttelte den Kopf. „Nein, ich kann seine Majestät nicht wirklich glücklich machen. Ich kann ihn unterhalten, ihm lustige Geschichten erzählen und mich zum Narren machen. Doch das lenkt ihn nur kurzfristig von seinen Sorgen ab. Seine Sorgen kann ich ihm nicht abnehmen.“
Damit war die letzte Hoffnung verflogen. Der Leibarzt sah bereits die hungrigen Löwenmäuler vor sich. Kaum mehr zu einem klaren Gedanken fähig, packte er einige Dinge in ein Bündel, schwang es sich über die Schultern, torkelte durch die Straßen und betrat bald einen dichten Wald. Als es anfing, dunkel zu werden, legte er sich unter eine dicke Eiche, aß etwas und bald übermannte ihn ein unruhiger Schlaf.
Am nächsten Tag beschloss er, nicht weiterzumarschieren. „Hier unter dieser Eiche will ich sterben“, sprach er zu sich und griff nach seinem Bündel, in das er vorsorglich giftige Hundspetersilie gesteckt hatte. „Das ist allemal besser, als von diesen Bestien in Stücke zerrissen zu werden.“
Es regnete wie aus Kübeln, aber das nahm er nicht wirklich wahr.
Durch das Wasserplätschern hörte er ein leises fröhliches Pfeifen, das sich ihm näherte. Doch der königliche Leibarzt schenkte auch dem keine Beachtung. Er bereitete sich ganz auf seinen Tod vor.
Plötzlich schnellte er hoch und sprang auf die Straße. „Da ist jemand glücklich! Heda, komm her, oh Glücklicher.“
Wenig später tauchte ein Wandersmann auf.
„Sei gegrüßt, Wanderer, was stimmt dich denn so fröhlich an diesem tristen Tag?“
„Trister Tag, lieber Mann? Dieser Regen reinigt meine Kleider, die ganz schmutzig waren.“
„Ja, schon, aber weshalb bist du denn so gut gelaunt?“
„Sollte ich nicht? Ich bin ein freier Mensch und kann tun, was mir gefällt. Ich kann schlafen, solange ich will, kann gehen, wohin mich meine Füße tragen, begegne spannenden Menschen, von denen ich lernen kann. Was sonst sollte ich mir wünschen?“
„Das ist es!“, rief der Leibarzt, umarmte begeistert den verdutzten Wandersmann, packte dann sein Bündel und eilte, so schnell er konnte, zum König.
„Du kommst spät“, herrschte dieser ihn an. „Ich habe angewiesen, die Löwen heute nicht zu füttern. Kannst du mich glücklich machen?“
Der Leibarzt nickte eifrig. „Ihr müsst Euch befreien, Majestät.“
„Befreien? Mich, den König? Wenn jemand frei ist, dann ich!“
„Ich widerspreche Euch ungern, Majestät, aber könnt Ihr wirklich den ganzen Tag tun und lassen, was Ihr wollt?“
„Natürlich!“
„Darf ich Euch bitten, mich auf einen Spaziergang zu begleiten?“
„Jetzt? Bei diesem Regen? Da würde mein Gewand bald braun sein vor Schlamm. Was würden da meine Untertanen von mir denken?“
„Wenn Ihr wirklich frei seid, oh Hoheit, dann könnt Ihr doch tun und lassen, was Ihr wollt.“
Der König blickte ihn lange an. Dann grinste er. Er ließ sein bestes Gewand bringen. „Begleite mich“, befahl er dem Leibarzt.
Gemeinsam verließen sie den Palast. Auf der Straße blieb er stehen und tanzte fröhlich im Regen. Er suchte sich eine große Pfütze und sprang voller Freude hinein. Einige Menschen, die auf den Straßen unterwegs waren, blieben verdutzt stehen und betrachteten ihren König. „Ich bin frei“, rief der König ihnen entgegen. „Ich kann tun, was mir gefällt!“
Einige Pfützen später triefte sein Gewand vor Wasser und es war von oben bis unten schmutzig. „Herrlich“, rief er. „Du hast mich glücklich gemacht. Aber was kann ich tun, damit ich glücklich bleibe? Es gibt ja nicht jeden Tag Pfützen und irgendwann würde mir die Freude daran ohnehin vergehen.“
„Wirklich frei sein bedeutet, nicht im Außen frei zu sein, sondern im Innern, Majestät. Was die Menschen da draußen denken, ist unerheblich, genauso, wie Eure Robe aussieht. Wirklich frei seid Ihr nur, wenn Ihr Eurem Innersten folgt. Lebt Eure Leidenschaften und Ihr werdet glücklich sein.“
Der König wandte sich ab und dachte über die Worte des Leibarztes nach. Endlich drehte er sich wieder seinem Leibarzt zu.
„Du hast mich heute glücklich gemacht. Du hast mit deinen Worten mein Herz berührt. Ich will dir glauben. Du bist wahrlich ein großer Arzt!“
Dann rief er einen Diener und befahl ihm, den Löwen Fleisch ins Gehege zu werfen.

Glücklich sein – ein grosses Wort

Mit dem Begriff „Glücklich sein“ muss sorgfältig umgegangen werden. Niemand kann ein Leben lang glücklich sind. Aber du kannst dein Leben bewusst so gestalten, dass es sich erfüllt anfühlt. Wenn du hingegen die wesentlichen Stellschrauben falsch einstellst, wirst du dich selten glücklich fühlen. Ich zeige dir, auf was es ankommt.

Auf zu Level 1!

Level 1 – befriedige deine psychischen Grundbedürfnisse

Jeder Mensch hat Grundbedürfnisse. Verschiedene Forscherinnen und Forscher haben menschliche Grundbedürfnisse gelistet, teilweise auch hierarchisiert. Beispielsweise will dein Körper Nahrung und Schlaf. Luft und Wärme. Aber auch deine Psyche hat Bedürfnisse. Besonders spannend scheint mir die Arbeit der beiden US-amerikanischen Forscher Edward Deci und Richard Ryan, da sie wissenschaftlich gut untermauert ist. Sie listen drei psychologische Grundbedürfnisse:

Glücklich sein – das jahrtausendealte Geheimnis

1. Das Bedürfnis nach Kompetenz

Menschen möchten auf ihre Umwelt einwirken können. Das können sie durch Herausforderungen tun, die ihren jeweiligen Fähigkeiten entsprechen. Und sie möchten über das Meistern der Herausforderungen ihre Fähigkeiten erweitern – also lernen wollen. 

Bestimmt hast du schon ein Baby beobachtet. Sie sind begeistert, wenn sie einen Bauklotz verschieben können. Was für ein Gefühl: Es selbst hat den Bauklotz verschoben! Als Kleinkind schmeisst es mit der selben Begeisterung den Löffel vom Tisch hinunter. Später trifft der nicht mehr ganz so kleine Mensch mit dem Baseball-Schläger den Ball perfekt und dieser fliegt in hohem Bogen durch die Luft. Und so weiter. 

1

Du fühlst dich zufrieden, wenn du das Gefühl hast, etwas bewirken zu können. Was du brauchst, ist eine Tätigkeit, die dich herausfordert. Sie sollte nicht zu leicht sein, da könntest du deine Kompetenzen zu wenig zeigen. In dir liegt mehr! Die Tätigkeit sollte aber auch nicht zu schwierig sein, sonst fühlst du dich überfordert und du bist frustriert.

2. Das Bedürfnis nach Autonomie

Menschen möchten das Gefühl haben, dass sie ihre Aktivitäten, ihre Handlungen, selbst bestimmen können. Nur so können sie sicherstellen, dass die Handlung auch ihren Interessen, ihren Veranlagungen, ihren Werten entspricht.

Jeder Mensch kommt mit einem inneren Kompass zur Welt. Dieser führt ihn durch die Entwicklungsstadien. Irgendwann hast du als Kleinkind gelernt zu gehen und zu sprechen. Zu einem Zeitpunkt, den du gewählt hast, weil er für dich stimmig war. Schon früh wurden deine Interessen sichtbar. Vielleicht hast du dich schon früh für Töne interessiert. Oder für Tiere. Oder Maschinen. Was auch immer. Du hast begonnen, deine individuellen Veranlagungen zu leben. Du bist deinem Kompass gefolgt und hast deine ganz eigene Persönlichkeit entfaltet. Um deinem Kompass folgen zu können, wurde dir das Bedürfnis nach Autonomie mit auf den Weg gegeben. Nur wenn DU entscheiden kannst, was du tust, kannst du deine Persönlichkeit entfalten. 

2

Schaffe dir so viel Freiraum wie möglich, um dein Bedürfnis nach Autonomie stillen zu können. Du bist ein Mensch mit einem inneren Kompass, der dich zum Blühen bringt. Lass dich nicht herumschubsen, sondern bestimme selbst, was du tust. Ansonsten verlernst du dich selbst kennen, du verlierst deinen Zugang zu deinem Kompass und damit den Zugang zu dir selbst.

3. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit

Menschen möchten Teil der Gesellschaft, also mit anderen Menschen verbunden sein. Sie möchten sich wohl und aufgehoben fühlen.

Zuerst betrifft das die Familie. Geborgenheit in der Familie ist wichtig für eine gesunde Entwicklung. Mit der Pubertät orientieren sich Jugendliche zunehmen an Freundinnen und Freunden. Sie tun alles, um Teil zu sein, um „dabei“ zu sein.

Zentral ist, dass du dazu gehören kannst, dich wohl fühlen kannst, ohne dich selbst mit deinem inneren Kompass zu verleugnen. Nach der Orientierung an der Familie und dann der Orientierung an den ungefähr Gleichaltrigen um dich herum – in der heutigen Gesellschaft meist die Klassenkameradinnen und Klassenkameraden – bist du völlig frei, an wem du dich orientieren möchtest.

3

Orientiere dich nicht an Menschen, die deinem inneren Kompass im Wege stehen. Es bringt nichts, wenn du zwar bei deinen Nachbarn und Verwandten beliebt bist, aber dich dafür so verstellen musst, dass du dich selbst verleugnest. Es kann dir egal sein, was deine Verwandten, deine Nachbarn oder andere Menschen, die früher eine Rolle für dich gespielt haben, von dir denken. Suche dir lieber die Zugehörigkeit zu Menschen, die DICH verstehen, die ähnliche Werte leben wie du.

Eine Langzeitstudie aus den USA zeigt übrigens, dass gute Beziehungen entscheidend sind für ein glückliches Leben. Dabei gilt das Prinzip: Lieber wenige gute Freunde als viele eher oberflächliche Beziehungen.

Riesiger Mehrwert durch die Befriedigung der drei psychischen Grundbedürfnisse

In drei Schritten hast du nun Hunger nach Kompetenz, Durst nach Autonomie gestillt und dich am erquickenden Schlaf durch Zugehörigkeit gelabt. Stillst du physischen Hunger und Durst, besiegst du die Müdigkeit durch Schlaf, spürst du gleich ein befriedigendes Gefühl. So ist es auch bei den psychischen Grundbedürfnissen. Zusätzlich profitierst du, indem du so längerfristig negative Auswirkungen vermeiden kannst. Hier sind 10 Vorteile, wenn du die drei Grundbedürfnisse befriedigst.

  • 1
    Achtsamkeit. Eine Tätigkeit, bei der alle drei Grundbedürfnisse befriedigt werden, zieht dich voll rein. Deine Aufmerksamkeit ist ausschliesslich auf die Tätigkeit gerichtet. Ablenkung gibts nicht. Du bist Effizienz pur.
  • 2
    Energie / Vitalität. Du strotzt vor Energie, fühlst dich vitaler als unter der kalten Dusche. Zwar steckst du eine Menge Energie in deine Tätigkeit, aber du erhältst genauso viel zurück.
  • 3
    Psychische Gesundheit. Burnout? Vergiss es! Die Befriedigung der Grundbedürfnisse ist die beste Burnout-Prävention. Ausbrennen ist nicht, da deine Tätigkeit dir alles zurück gibt, was du ihr an Energie gibst. Du bist in perfekter Balance.
  • 4
    Suchtprävention. Sind deine Grundbedürfnisse befriedigt, brauchst du keine Ersatzbefriedigung. Du brauchst weder einen Frustkauf, noch einen Porsche, keinen Billigflug und schon gar nicht brauchst du dir abends ein Glas Wein zu gönnen als Ausgleich für den harten Tag. Auch Computerspiele machen dich nicht süchtig – du sehnst dich bald nach deiner befriedigen Tätigkeit zurück und vergisst das Spiel. Es sei denn, das Spiel ist deine befriedigende Tätigkeit.
  • 5
    Gesundes Selbstvertrauen. Du bist in deinem Element, meisterst eine Herausforderung nach der anderen, bei der du dein Talent, deine Gabe ausleben kannst. Mit jeder gemeisterten Herausforderung fütterst du dein Selbstvertrauen. Es fühlt sich ganz anders an, als wenn dir jemand ständig Aufgaben aufträgt, die dich nicht erfüllen und dich nicht herausfordern.
  • 6
    Lebensorientierung. Folgst du deinem inneren Kompass und meisterst selbstgewählte Herausforderungen, bist du immer bei dir. Du kennst deine Leidenschaften, denn du lebst sie. Das ist ein Riesengeschenk – denn ganz viele Menschen suchen ihr halbes Leben nach ihrer Leidenschaft.
  • 7
    Potenzialentfaltung. Du meisterst Herausforderungen, die aus deinem Inneren kommen. Sie entsprechen automatisch deinen Veranlagungen, deinem Potenzial. Du kannst deine Gabe entfalten. Egal, welche Gabe du besitzt, du bringst sie zum blühen. 
  • 8
    Nachhaltiges Lernen. Lernen ist gar kein Thema mehr. Du lernst mit jeder Herausforderung ganz nebenbei. Du wächst, und wächst. Entfaltest deine Talente. Du realisierst, dass Lernen nichts ist, was von aussen angeregt werden muss. 
  • 9
    Resilienz. Kleinere und zuweilen auch grössere Krisen gehören zum Leben. Resilienz wird die Widerstandsfähigkeit genannt, sie zu bewältigen. Diese wird durch viele Faktoren beeinflusst. Ein wesentlicher Faktor ist die Geborgenheit in der Kindheit. Ein anderer, Verantwortung tragen zu können. Beide Faktoren gehören zu den psychischen Grundbedürfnissen.
  • 10
    Erfülltheit & Zufriedenheit. All die oben genannten Vorteile führen zu einem erfüllten und zufriedenen Leben. Künstlerinnen und Künstler etwa kennen vielfach dieses Leben. Sie brauchen weder Ferien noch freie Wochenende. Ihre Arbeit ist ihnen genug, sie brauchen sich nicht zu erholen. Sie führen oft ein einfaches, aber erfülltes Leben.

Level 2 – Spiel dein Leben

Das klingt phantastisch? Es geht aber noch mehr!

Befragungen zeigen ein einheitliches Bild: Kinder fühlen sich beim Spielen am glücklichsten. Spielen ist Magie, Spielen ist Lernen, Spielen ist Glück. Das gilt auch für Erwachsene. Deshalb: Mache dein Leben zum Spiel!

Was ist ein Spiel?

Lass uns zuerst mal schauen, was überhaupt ein Spiel ist. Klar, Fussball ist ein Spiel. Oder Schach. Oder World of Warcraft. Und was ist mit dem freien Spiel der Kinder? Oder mit Räuber und Polizist? Was mit dem Glücksspiel in Kasinos? Einige „spielen" mit den Gefühlen anderer. Andere lieben das Schauspiel. Dritte spielen Musik. Und wer mag nicht das Liebesspiel?

Jetzt wird’s allmählich komplex. Forscher versuchen seit Jahrhunderten das Wesen des Spiels zu ergründen – trotzdem gibt es noch keine breit akzeptierte Definition, die allen Spielen gerecht wird.

In meiner Doktorarbeit habe ich das Wesen des Spiels genauer unter die Lupe genommen und unter anderem viele Definitionen analysiert. Entstanden ist eine eigene Definition, die für mich den Charakter des Spiels gut beschreibt:

Ein Spiel ist eine selbstbestimmte Herausforderung, bei der das Ziel im Spiel liegt.

Wenn wir diese Definition auseinanderbeineln, besteht sie aus drei Eigenschaften:

  • 1
    Selbstbestimmt. Nur du selbst kannst entscheiden, was für dich ein Spiel ist. Vielleicht magst du Handball? Dann ist das für dich ein Spiel. Ich mochte das nie wirklich. Musste ich in der Schule Handball spielen, war das für mich eine Pflicht. Das ist zentral: Ein Spiel ist eine Aktivität, deren Bedürfnis aus deinem Inneren kommen muss.
  • 2
    Herausforderung. Ein Spiel fordert immer heraus. Wir wissen nie so genau, was geschieht. Beim Spielen können wir uns an den Kindern orientieren. Der Zweijährige liebt es vielleicht, Bauklötze zu stapeln. Das ist sein Spiel, das fordert ihn heraus. Plötzlich wird’s ihm zu langweilig und er wendet sich einer anderen Aktivität zu. Es hat ihn nicht mehr herausgefordert. Er wird aber nicht aufs Zweirad steigen. Das würde ihn überfordern.
  • 3
    Ziel im Spiel. Ein Lernspiel ist kein Spiel. Da geht es darum, Mathe zu üben, oder Vokabeln. Das Ziel liegt ausserhalb vom Spiel. Hingegen: Beim Tennis geht es darum, den Ball möglichst lange ins gegnerische Feld schlagen zu können. Eigentlich sinnlos. Und genau das macht ein Spiel aus. Sinnlosigkeit. Ohne Tennisspiel gäbe es das Ziel auch nicht.

In der industrialisierten Gesellschaft wurde das Spiel als überflüssig in die Ecke gestellt. Logisch, die industrialisierte Gesellschaft war auf Leistung ausgerichtet, die es zu erbringen galt. Spielen ist so ziemlich das Gegenteil.

Heute wissen wir, dass Spielen enorm wichtig ist für das psychische Wohlbefinden.

In 7 Schritten glücklich sein –  verblüffend einfach

Ein spielähnliches Leben

Die ersten beiden Eigenschaften decken sich mit den psychischen Grundbedürfnissen. Ein Spiel befriedigt alle drei psychischen Grundbedürfnisse, ist aber weitaus mächtiger. Somit kommen beim Spielen alle 10 Vorteile aus Level 1 zum Tragen. Plus weitere.

Wenden wir uns zunächst der ersten Eigenschaft zu.

Ein wichtiger Beitrag für unsere Zeit und jeden Einzelnen von uns.

Leichtfüssiges Buch mit Sprengkraft.

Für alle, die Konventionen hinterfragen und sich auf die Reise in ein selbstbestimmtes Leben aufmachen wollen.

Ein Must-Read für alle, die im Bildungswesen tätig sind.

Habe das Buch verschlungen!

Wenn sich das Leben wie ein Spiel anfühlt

Spiel dein Leben. Über die Leichtigkeit des Lebens. Buchcover

Deine Anleitung für ein erfülltes Leben im 21. Jahrhundert.

Erwartungen von aussen

Von allen Seiten spüren wir Erwartungen, von Verwandten, von Nachbarn, von Arbeitskolleginnen und -kollegen, von der Lehrperson, vom Vorgesetzten, von der Partnerin und den Kindern.

Erfüllst du alle Erwartungen, bleibst du auf der Strecke. So kannst du nicht spielen. Du sollst nicht überlegen müssen, wie andere deine Aufgabe machen würden, sondern wie du sie anpacken möchtest.

4

Kümmere dich nicht um gesellschaftliche Normen, nicht um Erwartungen anderer. Verhalte dich so, wie es dir gefällt. Selbstbestimmt. Nur du kannst wissen, was für dich ein Spiel ist. Nur du weisst, wie du das Spiel spielen möchtest. Bleib bei dir und folge deinem inneren Kompass. 

Übrigens: Weisst du, was Sterbende häufig nennen, was sie zum Ende ihres Lebens bereuen? Dass sie nicht ihr Leben gelebt haben, sondern ständig versucht haben, anderen zu genügen. Das soll dir nicht passieren!

Konzentrieren wir uns nun auf die dritte Spiel-Eigenschaft, auf das Ziel, das im Spiel drin liegt. Was hat das für Folgen?

Das Ziel gehört ins Spiel

Weshalb machst du, was du machst? Arbeitest du, um Geld zu verdienen? Um etwas zu leisten? Um es anderen Menschen zu zeigen?

Bei den meisten Menschen spielen diese Motivationsfaktoren zumindest eine Rolle. Selbst bei Profispielern, etwa im Fussball. Doch genau diese Faktoren machen jedes Spiel kaputt. Denn damit liegt das Ziel nicht mehr im Spiel. Der ehemalige Schweizer Fussballinternationale Alain Sutter beschreibt in einem seiner Bücher sehr schön, wie er sich als Profi immer mehr auf Geld und Status konzentrierte und dabei die Freude am Spielen verlor. 

5

Setze dir keine Ziele ausserhalb deines Spiels. Das heisst: Konzentriere dich auf das, was dir Spass bereitet. Damit entfaltest du deine Talente, deine ganz persönliche Gabe. Was du tust, ist einzigartig, denn deine Kombination aus Fähigkeiten, Wissen und Erfahrung hat sonst niemand. Dein Status folgt deiner Gabe auf den Fuss, wenn du sie auslebst. Und damit mit grosser Wahrscheinlichkeit auch reichlich Geld zum Leben. Wichtig: Lebst du deine Leidenschaft, sind dir Geld und Status ohnehin nicht mehr wichtig. Denn das sind nur Ersatzbefriedigungen.

Lockerheit statt Verbissenheit

Ein Spiel hat eine gewisse Lockerheit. Logisch, das Spielziel ist ja bloss für das Spiel relevant, nicht aber fürs Leben. Sobald das Spiel vorbei ist, ist auch das Ziel irrelevant. Diese Lockerheit können wir aufs Leben übertragen.

6

Betrachte all deine Aktivitäten aus der Vogelperspektive. Mit etwas Abstand. Was dir essenziell erschien, ist es nicht. Der Tod beendet unser Lebensspiel. Es macht alles halb so wichtig, denn mit dem Tod verlieren wir alles, was mit Status, Geld, Erfolg zu tun hat. Schaffen wir es, statt verbissen für die Erfüllung unserer Wünsche, für die Verwirklichung unserer Pläne zu kämpfen, kann uns ein Misserfolg weniger anhaben. Wir verbeissen uns nicht, wir führen keine Kleinkriege gegen Menschen, die unseren Plänen im Weg stehen. Wir ersparen uns und anderen jede Menge Ärger.

Unvorhersehbares statt Routine

Die Lockerheit hat eine weitere Dimension: Klar, wir können uns im Fussball vornehmen, unserem Mannschaftskollegen den Ball zuzuspielen, dann am Gegner vorbei nach vorne zu sprinten, den Ball wieder zugespielt zu erhalten und ihn nach dem schönen Doppelpass im Tor zu versenken. Vielleicht gelingt uns das. Vielleicht durchschaut der Gegner den Plan und macht ihn zunichte. Oder vielleicht kommt das Zuspiel zu ungenau oder wir verschiessen und treffen neben das Tor. Ein Spiel ist kein Masterplan, den wir herunterspulen können. Und genau das macht ein Spiel zum Spiel. Das Unvorhersehbare ist zentral!

Das können wir für unser Leben nutzen. Wie spannend wäre es, wenn wir nicht wüssten, wohin die Bahn uns hinfahren wird? Wenn sie uns nicht einfach immer zu unserem Arbeitsort fahren würde? Das Leben würde zum Abenteuer. Routine macht jedes Spiel kaputt. Ja, Routine ist das Gegenteil vom Spiel.

7

Gehe mit grosser Offenheit durchs Leben. Du kannst gerne Pläne schmieden, aber sie verbissen durchsetzen zu wollen, bringt keine Befriedigung. Besser ist es, agil auf neue Situationen reagieren zu können. Vielleicht ist ein anderer Weg viel besser als der von dir ausgedachte? Das Unvorhersehbare macht den Reiz jedes Spiels aus.

Mehrwert des spielähnlichen Lebens

Wir haben bereits zehn Vorteile gesehen, die zum Tragen kommen, wenn wir unsere psychischen Grundbedürfnisse befriedigen. Die nehmen wir beim spielähnlichen Leben allesamt mit. Sie werden sogar verstärkt. Und gewürzt, etwa durch das Unvorhersehbare, was jedem Spiel zugrunde liegt.

Mit einem spielähnlichen Leben können wir aber nicht nur glücklich werden – so gut das möglich ist. Im wesentlichen entspringen dem spielähnlichen Leben drei weitere Vorteile:

  • 1
    Gesunder Umgang mit Emotionen. Lebst du dich und deine Leidenschaften, lebst du auch deine Gefühle. Es gibt keinen Grund mehr, sie zu unterdrücken. Du darfst sein, wie du bist. Ausserdem verbeisst du dich nicht mehr in Kämpfe. Das macht dich gelassener.
  • 2
    Anpassungsfähigkeit. Du lernst, dich situativ anzupassen. Das ist wichtig, gerade im 21. Jahrhundert, das durch schnelle, radikale Umbrüche gekennzeichnet ist. Du bist somit bestens vorbereitet auf die digital geprägte Welt.
  • 3
    Kreativität. Beim meistern von selbst gewählten Herausforderungen löst du jedes Mal Probleme, die die Herausforderungen ausmachen. Dieses erfordert Kreativität. Du trainierst also mit jeder Herausforderung deine Kreativität.

Glücklich sein – die 7 Schritte im Überblick

Dies sind die 7 Schritte für ein glückliches Leben, ein erfülltes Leben:

1

Du fühlst dich zufrieden, wenn du das Gefühl hast, etwas bewirken zu können. Was du brauchst, ist eine Tätigkeit, die dich herausfordert. Sie sollte nicht zu leicht sein, da könntest du deine Kompetenzen zu wenig zeigen. In dir liegt mehr! Die Tätigkeit sollte aber auch nicht zu schwierig sein, sonst fühlst du dich überfordert und du bist frustriert.

2

Schaffe dir so viel Freiraum wie möglich, um dein Bedürfnis nach Autonomie stillen zu können. Du bist ein Mensch mit einem inneren Kompass, der dich zum Blühen bringt. Lass dich nicht herumschubsen, sondern bestimme selbst, was du tust. Ansonsten verlernst du dich selbst kennen, du verlierst deinen Zugang zu deinem Kompass und damit den Zugang zu dir selbst.

3

Orientiere dich nicht an Menschen, die deinem inneren Kompass im Wege stehen. Es bringt nichts, wenn du zwar bei deinen Nachbarn und Verwandten beliebt bist, aber dich dafür so verstellen musst, dass du dich selbst verleugnest. Es kann dir egal sein, was deine Verwandten, deine Nachbarn oder andere Menschen, die früher eine Rolle für dich gespielt haben, von dir denken. Suche dir lieber die Zugehörigkeit zu Menschen, die DICH verstehen, die ähnliche Werte leben wie du.

4

Kümmere dich nicht um gesellschaftliche Normen, nicht um Erwartungen anderer. Verhalte dich so, wie es dir gefällt. Selbstbestimmt. Nur du kannst wissen, was für dich ein Spiel ist. Nur du weisst, wie du das Spiel spielen möchtest. Bleib bei dir und folge deinem inneren Kompass. 

5

Setze dir keine Ziele ausserhalb deines Spiels. Das heisst: Konzentriere dich auf das, was dir Spass bereitet. Damit entfaltest du deine Talente, deine ganz persönliche Gabe. Was du tust, ist einzigartig, denn deine Kombination aus Fähigkeiten, Wissen und Erfahrung hat sonst niemand. Dein Status folgt deiner Gabe auf den Fuss, wenn du sie auslebst. Und damit mit grosser Wahrscheinlichkeit auch reichlich Geld zum Leben. Wichtig: Lebst du deine Leidenschaft, sind dir Geld und Status ohnehin nicht mehr wichtig. Denn das sind nur Ersatzbefriedigungen. 

6

Betrachte all deine Aktivitäten aus der Vogelperspektive. Mit etwas Abstand. Was dir essenziell erschien, ist es nicht. Der Tod beendet unser Lebensspiel. Es macht alles halb so wichtig, denn mit dem Tod verlieren wir alles, was mit Status, Geld, Erfolg zu tun hat. Schaffen wir es, statt verbissen für die Erfüllung unserer Wünsche, für die Verwirklichung unserer Pläne zu kämpfen, kann uns ein Misserfolg weniger anhaben. Wir verbeissen uns nicht, wir führen keine Kleinkriege gegen Menschen, die unseren Plänen im Weg stehen. Wir ersparen uns und anderen jede Menge Ärger.

7

Gehe mit grosser Offenheit durchs Leben. Du kannst gerne Pläne schmieden, aber sie verbissen durchsetzen zu wollen, bringt keine Befriedigung. Besser ist es, agil auf neue Situationen reagieren zu können. Vielleicht ist ein anderer Weg viel besser als der von dir ausgedachte? Das Unvorhersehbare macht den Reiz jedes Spiels aus.

Über den Autor

Nando Stöcklin

studierte Ethnologie und doktorierte in Pädagogik. Beruflich beschäftigte er sich als Forschungsmitarbeiter mit den Auswirkungen der digitalen Transformation auf das Bildungswesen und als Folge mit Spielen. Seither versucht er die Vorzüge vom Spiel konsequent für ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben zu nutzen und die unnötigen Kluften zwischen Spielen, Arbeiten und Lernen zu überwinden. Seine Kinder sind ihm grosse Vorbilder und weisen ihm den Weg.

  • …fütterst Du Dein Selbstvertrauen – auf die Idee bin ich bis jetzt noch nicht gekommen, ich wollte immer Anerkennung für die „Leistung“ und war frustriert, wenn sie nicht kam …..
    Danke, Nandu, ich glaube, daß ich durch dieses Licht, das mir durch diesen einen Satz aufgegangen ist, ein angenehmerer Mensch werden kann

  • {"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
    Brief an alle Menschen, die Inspiration & Erfahrung zum rundbunten Leben im neuen Zeitalter wünschen

    Ich habe gehört, du seist ein ganz besonderer Mensch. Hier habe ich einen ganz besonderen Brief für dich.

    >